motivation zur architekturfotografie

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Andrea Deplazes (schweizer Architekt) über Architektur:

"Die Tätigkeit des Architekten besteht darin, ein Stück des unendlichen Raumes abzugrenzen und in ein Gefäß zu füllen."

Meine Motivation, Architektur zu fotografieren:

„Die Aufgabe des Architektur-Fotografens ist es nun, die ästhetische Leistung aus diesem Gefäß zu holen, zu interpretieren und deutlicher zu machen als es der flüchtige Blick tut.“

Vergangene Epochen haben es uns leicht gemacht, die Architekturleistungen ihrer Zeit zu verstehen und als ästhetisch zu empfinden. Der Konsens, ihre künstlerischen Leistungen meist positiv zu honorieren, ist bis heute erhalten geblieben, wie das respektvolle  Betrachten von Schlössern, alten Kirchen oder andere historischer Gebäude tagtäglich bestätigt.

Um wie viel schwerer haben es heute die zeitgenössischen Architekten, wenn sie versuchen, ihre ästhetischen Vorstellungen zu verwirklichen, ohne auf die Basis eines gesellschaftlichen Konsenses oder gar eines generationsübergreifenden Geschmacks bauen zu können, wie es ihn früher oft gab? Stattdessen ist ihr Spielraum eingeengt worden durch das unbarmherzige Diktat der Ökonomie - und zunehmend auch der Ökologie. Und wie schwer ist es heute, einem Gebäude einen gestalterischen Charakter zu geben, der eine Beziehung zu seiner vorgesehenen Nutzung herstellt, wenn diese häufig durch die geforderte maximale Flexibilität nahezu undefiniert bleibt?

Trotz all dieser unwirtlichen Rahmenbedingungen gelingt es auch Architekten unserer Zeit, bewundernswerte Ästhetik zu schaffen – aber sie ist oft schwieriger zu erkennen und zu verstehen.

Das „Sehen“ und das (laienhafte) „Verstehenwollen“ der modernen Architekturästhetik mit Hilfe der Hobby-Fotografie beschäftigen mich seit rund 10 Jahren.

Das Suchen nach ansprechenden Blickwinkeln und Ausschnitten des architektonischen Gesamtwerkes oder seiner Details, das Aufspüren von Kontrasten und Harmonien im Zusammenspiel der verwendeten Materialien, das Erleben günstiger Momente der Lichtwirkungen - all das versuche ich mit dem Mittel der Amateur-Fotografie zu „realisieren“.  Durch Fokussierung und durch bewusste Reduzierungen auf für mich eindrucksvolle oder begreifbare Stilelemente versuche ich, die ästhetische Komplexität zu reduzieren und damit leichter empfindbar und gleichzeitig wirkungsvoller zu machen.

Im fertigen Bild hoffe ich das wiederzufinden, was der Architekt in seinem Kunstwerk ausdrücken wollte – in jedem Falle ist es meine fotografische Interpretation seines Werkes.